24.07.2014

„Erfolgreicher Klimaschutz benötigt mehr als nur technische Lösungen“

3 Fragen an … Dr. Cornelis Rasmussen

  

Dr. Cornelis Rasmussen ist Inhaber von rasmussen changes und Dozent des klima:akademie Moduls „Die Klimaschutzmacher im Zentrum: Climate-Change-Agents – Die eigene Wirksamkeit steigern“. Vorab konnten wir ihm drei kurze Fragen zum Thema und dem kommenden Intensivseminar stellen.


Herr Dr. Rasmussen, was zeichnet Veränderungsprozesse hin zu mehr Klimaschutz aus?

Erst einmal muss man Klimaschutz tatsächlich als Veränderungsprozess begreifen. Technische Lösungen allein werden nämlich nicht reichen, um die ambitionierten Ziele vieler Kommunen und Unternehmen zu erreichen, sondern es geht maßgeblich um Menschen und ihr Verhalten. Zum Zweiten muss man akzeptieren, dass die meisten Menschen keine Veränderungen mögen. Der Mensch ist ein Gewohnheitstier und tut gerne das, was er schon einmal getan hat. Im Gehirn werden für repetitive Handlungen sogar Belohnungsstoffe ausgesendet. Deshalb sträuben wir uns in der Regel gegen neue oder ungewohnte Verhaltensmuster. Hier muss professionelles Veränderungsmanagement ansetzen und Strukturen schaffen, in denen die Mitarbeiter für die Thematik begeistert werden. Ein möglicher Weg ist dabei der Einsatz von Climate-Change-Agents. Zu diesen werden die Teilnehmer der klima:akademie ausgebildet.

Welche Aufgaben übernehmen die Climate-Change-Agents und warum sind sie wichtig für den Erfolg?

Climate-Change-Agents übernehmen zentrale Funktionen im Betrieb: Sie managen Veränderungsprozesse, koordinieren Klimaschutzmaßnahmen und motivieren Mitarbeiter. Sie werden durch die Unternehmensführung bewusst eingesetzt oder sind sogar Teil der Chefetage. Dadurch erhalten sie die nötige Legitimation um Klimaschutz im Unternehmen voranzubringen. Von großer Bedeutung ist außerdem ihre Vorbildfunktion: Climate-Change-Agents sind in der Lage, einen Schneeball-Effekt auszulösen und die Belegschaft für Veränderungen und Klimaschutz zu motivieren und zu unterstützen. Für einen erfolgreichen Wandel im Unternehmen ist es notwendig, dass Geschäftsführung und Mitarbeiter an einem Strang ziehen. Dabei helfen die Climate-Change-Agents.

Welche Inhalte werden Sie in der klima:akademie weitergeben?

Mein Ziel ist es, dass die Teilnehmer im Anschluss an das Seminar als Climate-Change-Agents in ihre Unternehmen zurückkehren und in der Lage sind, Veränderungen hin zu mehr Klimaschutz anzustoßen und zu begleiten. Voraussetzung dafür ist, dass sie Merkmale von Veränderungsprozessen erkennen und die komplexe Dynamik dahinter verstehen. Darum werden wir gemeinsam an konkreten Veränderungsprojekten arbeiten, so dass die Teilnehmer auch während des zweitägigen Workshops Erfahrungen mit ihrer Rolle als Climate-Change-Agent sammeln. Außerdem löst Wandel auch immer Widerstand aus. Aus diesem Grund vermittle ich den Seminarteilnehmer Lösungsansätze und Strategien, um mit einer ablehnenden Haltung umzugehen.