12.06.2014

„Klimaschutz ist auch eine kommunikative Aufgabe“

3 Fragen an … Christian Conrad

  

Christian Conrad ist geschäftsführender Gesellschafter der Nachhaltigkeitsberatung brands & values, und Dozent des klima:akademie Moduls „Nachhaltigkeits Kommunikation – Tun, was wir sagen und sagen was wir tun“. Vorab konnten wir ihm drei kurze Fragen zum Thema und dem kommenden Intensivseminar stellen.


Herr Conrad, ist Nachhaltigkeitskommunikation eine eigene Disziplin innerhalb der Unternehmenskommunikation?

Ja, denn die Bedeutung für Unternehmen, fehlerfrei mit ihren Anspruchsgruppen zu kommunizieren, hat in den vergangenen Jahren enorm zugenommen. Ich möchte das an einem Beispiel verdeutlichen: Wenn ein Hersteller von fairtrade-Kleidung Maßnahmen im Bereich Umweltschutz realisiert und diese transparent kommuniziert, ist es glaubwürdig. Nehmen wir an, dieses Unternehmen produziert ökologisch fragwürdig und proklamiert dennoch Umweltschutz, könnte ein großer Imageschaden entstehen. Kommunikation muss also immer ehrlich sein. Es reicht nicht aus, Umweltschutz auf die Agenda zu setzen, weil es zum Image passt. Dieser Umstand wird in der Unternehmenskommunikation manchmal missachtet. Eine spezialisierte Einheit im Betrieb oder externe Experten für Nachhaltigkeitskommunikation denken strategisch und können die Organisation hinsichtlich ihrer Schwächen einschätzen.

Welche Vorteile bringt dieses Vorgehen mit sich?

Unternehmen, die Klimaschutz leisten, können darüber Mehrwerte generieren. Dies ist aber nur bei einer qualitativ hochwertigen Kommunikation möglich. Sie muss faktisch richtig und glaubwürdig sein, Transparenz schaffen und im besten Fall Emotionen wecken sowie kreativ gestaltet sein. Gelebte Nachhaltigkeit und Klimaschutzaktivitäten können der Schlüssel für eine tragfähige Beziehung zwischen Unternehmen und Kunden sein. Wer wenig nachhaltig arbeitet und das Gegenteil kommuniziert, geht ein Risiko ein und könnte Reputationsschäden erleiden.

Welche Inhalte werden Sie an die Teilnehmer der klima:akademie weitergeben?

Ziel ist es, dass sich die Teilnehmer unter Anleitung einen Baukasten erarbeiten, mit dem sie ein Klimaschutz-Kommunikationskonzept entwickeln können. Am Ende erhalten sie eine Checkliste und die wichtigsten Regeln für diese spezielle Art der Kommunikation. Nach dem Seminar können die Unternehmensvertreter Ziele der Nachhaltigkeitskommunikation identifizieren und wissen, welche Kernbotschaften sie wie vermitteln sollen.