Die Teilnehmer arbeiteten in Gruppen Ansätze für den Carbon Footprint ihres Unternehmens aus (c) energiekonsens
Die Teilnehmer arbeiteten in Gruppen Ansätze für den Carbon Footprint ihres Unternehmens aus (c) energiekonsens
20.12.2013

Messinstrumente für Umweltleistungen sichern Zukunftsfähigkeit

Drittes Modul der energiekonsens klima:akademie fokussiert Controlling-Optionen

  

Miss es oder vergiss es. Unter dieser Überschrift stand das dritte Modul der energiekonsens klima:akademie am 5. Dezember in Bremen. 16 Führungskräfte aus großen und mittelständischen Unternehmen beschäftigten sich mit Möglichkeiten und Vorgehensweisen für Klimaschutz-Controlling. Als Dozenten waren Prof. Dr. Stefan Schaltegger von der Leuphana-Universität Lüneburg und Experten der Deutschen Bahn und des Energieversorgers EWE AG vor Ort. Sie erläuterten Ansätze für Carbon Accounting sowie Grundlagen für das Erstellen eines CO2-Fußabdrucks. Die energiekonsens klima:akademie ist eine Fortbildungsmöglichkeit der unabhängigen und gemeinnützigen Klimaschutzagentur energiekonsens. Das Weiterbildungsangebot ist Teil des vom Bundesumweltministerium im Rahmen der Nationalen Klimaschutzinitiative geförderten Pilotprojekts green transformation. Insgesamt gibt es neun Module zum Thema Klimaschutz.

Welche ökologischen, sozialen, politischen oder kulturellen Klimaschutzthemen beeinflussen Unternehmen neben rein wirtschaftlichen Aspekten? Mit dieser Frage eröffnete klima:akademie-Dozent Prof. Dr. Stefan Schaltegger das Seminar. Während sich effizientere Produktionsverfahren oder Kosten für CO2-Zertifikate leicht in Zahlen ausdrücken ließen, seien sogenannte außermarktliche Anforderungen wenig greifbar. Diese zu identifizieren und ihre Wirkungen auf das Unternehmen abzubilden, zu bewerten und gegebenenfalls mit Maßnahmen zu belegen, sei eine der Aufgaben eines Klimaschutz-Controllings. „Gesetzesänderungen, gesellschaftliche Trends und politische Prozesse wandeln sich manchmal rasch und manchmal erst über Jahre. Doch jede dieser Entwicklungen kann zu negativen Klimawirkungen führen und dem Unternehmenserfolg schaden. Umgekehrt ermöglicht ein intelligenter Umgang mit Klimathemen Geschäftschancen und kann zur Stärkung des Unternehmenserfolgs beitragen“, erläuterte der Leiter des Lüneburger Centre for Sustainability Management. Als Instrument, mit dem sich außermarktliche Klimaschutzaspekte verfolgen lassen, stellte er den Teilnehmern das Prinzip der Sustainability Balanced Scorecard vor. Sie setzt die Aspekte Finanzen, Kunden, interne Geschäftsprozesse, Lernen und Entwicklung sowie außermarktliche Klimaschutzaspekte in Beziehung zueinander und bietet somit ein nachvollziehbares Management- und Messinstrument.

Ein konkretes Beispiel für Climate Controlling erläuterte Jan Rordorf vom Umweltzentrum des Vorbildunternehmens Deutsche Bahn im zweiten Teil des Seminars vor. Um Energieverbrauch sowie Treibhausgasemissionen effektiv zu senken, komme eine mehrstufige Strategie zum Einsatz. „Jedes Geschäftsfeld setzt sich zunächst eigene Zielzahlen für die Reduzierung der spezifischen CO2-Emissionen. Das Umweltzentrum sammelt und bewertet diese Ziele, bevor sie in die Planung einfließen. Die operative Umsetzung liegt bei den Geschäftsfeldern und wird regelmäßig erfasst. Vom Grad der Zielerreichung hängt unter anderem die Jahresabschlussvergütung der Führungskräfte ab“, erklärte Rordorf. Zum Abschluss beleuchtete Nele Glienke, Mitarbeiterin des Energie- und CO2-Management der EWE AG, die Voraussetzungen zur Erstellung eines CO2-Fußabdrucks für Unternehmen. „Ein wichtiger Ausgangspunkt ist, die Zielgruppe für die CO2-Bilanz im Blick zu behalten. Steigen vor allem die Klimaschutzanforderungen des Endkunden an die Produkte eines Unternehmens, ist ein Product Carbon Footprint zielführend, die Bilanz des Betriebs dagegen weniger“, erläuterte die Beraterin für Energie- und CO2-Management.