19.05.2014

„Mitarbeiter bieten ein großes Klimaschutzpotenzial“

3 Fragen an … Michael Homeyer

  

Michael Homeyer ist Senior Consultant bei der B.A.U.M. Consult GmbH und Dozent des klima:akademie Moduls “Mitarbeitereinbindung – der Schlüssel für nachhaltigen Erfolg“. Vorab konnten wir ihm drei kurze Fragen zum Thema und dem kommenden Intensivseminar stellen.


Herr Homeyer, warum ist die Einbindung der Mitarbeiter im Unternehmen für den Klimaschutz wichtig?

Unternehmen, die ihre Mitarbeiter nicht intensiv einbinden, erschweren an entscheidenden Positionen erfolgreichen und glaubwürdigen Klimaschutz. Es ist wichtig, dass Geschäftsführung und Belegschaft die gleiche Sprache im Bezug auf Klimaschutz sprechen.
Sie müssen dasselbe Verständnis für die Themen Klimawandel und Klimaschutz haben.
Ist kein gemeinsames Basiswissen vorhanden, kann die Geschäftsführung ihre Klimaschutzaktivitäten nur schwer an die Mitarbeiter vermitteln. Ohne Einbindung fehlt die Thematik außerdem in den alltäglichen Produktions- und Prozesslinien sowie in Managementansätzen. Es müssen aber langfristige Routinen entstehen, in denen Klimaschutzüberlegungen stets präsent sind. Auch für die externe Kommunikation ist die Einbindung der Mitarbeiter von zentraler Bedeutung. Werden Klimaschutzmaßnahmen nach außen kommuniziert, ohne die Belegschaft zu involvieren, kann sich dies über die Mitarbeiter schnell herumsprechen. Schließlich ist die Belegschaft auch immer ein Sprachrohr des Unternehmens. Die Folgen sind Schäden in der öffentlichen Wahrnehmung. Überdies leidet die Motivation der Mitarbeiter.

Auf was für Hindernisse stoßen Unternehmen, wenn sie die eigenen Mitarbeiter in die Klimaschutzunternehmungen einbinden wollen?

Es ist eine Eigenart des Menschen, erst bei persönlicher Betroffenheit zu reagieren.
Der Klimawandel ist ein Mehrgenerationenprozess und steht damit im Widerspruch zur kurzfristigen menschlichen Denkweise. Erfolgreiches Mitarbeiterengagement räumt dieses Hindernis aus dem Weg, indem der Belegschaft der Sinn und die Breite der Klimaschutzaktivitäten erklärt wird. Darüber hinaus steht Klimaschutz auch immer in der Konkurrenz zu täglich aufkommenden Aufgaben. So geben Betriebe, die in dem Bereich noch nicht tätig geworden sind, oftmals kapazitative und monetäre Gründe als Hindernisse an. Jedoch hinkt dieser Vergleich, wenn der entgangene Nutzen betrachtet wird. Denn Klimaschutz umzusetzen kann bedeuten, Risiken zu minimieren und Betriebskosten zu senken.

Welche Erfolgsfaktoren für eine gelungene Mitarbeitereinbindung werden sie den Teilnehmern der klima:akademie vermitteln?

Im Modul “Mitarbeitereinbindung – der Schlüssel für nachhaltigen Erfolg“ zählt der praktische Einblick. Wir gehen auf die teilnehmenden Unternehmen ein und beleuchten ihre konkreten Situationen. Dieser individuelle Ansatz ist in sich schon ein entscheidender Erfolgsfaktor, da es keine Standardlösung für Klimaschutz im Unternehmen gibt. Daneben erklären wir den Teilnehmern, dass für die erfolgreiche Umsetzung von Klimaschutzmaßnahmen eine Verbindung zwischen Geschäftsführung und Mitarbeitern notwendig ist und wie diese zustande kommt. Es ist wichtig zu verstehen, dass Klimaschutz keine Einbahnstraße ist. Führung und Belegschaft sollten Hand in Hand an strategischen Zielen arbeiten, sie gemeinsam abstimmen und dann flächendeckend ins gesamte Unternehmen einbringen. Der Grund ist einfach: Mitarbeiter bieten ein großes Klimaschutzpotenzial. Ihr schlummerndes Engagement will geweckt werden. Denn Mitarbeiter kennen ihren Arbeitsplatz, interne Prozesse und die Produktionsabläufe. Oftmals haben sie bereits Ideen für Optimierungsmöglichkeiten, die dem Klimaschutz dienen. In der klima:akademie vermitteln wir den Teilnehmern, wie sie das verborgene Potenzial nutzen und dadurch Klimaschutz in ihrem Unternehmen zum Erfolg wird.