Intensiver Austausch auf Augenhöhe ist ein wesentliches Element der klima:akademie<br />Bild: energiekonsens
Intensiver Austausch auf Augenhöhe ist ein wesentliches Element der klima:akademie
Bild: energiekonsens
27.09.2013

Unternehmerischer Klimaschutz überzeugt

Gute Resonanz auf erstes Modul der energiekonsens klima:akademie

  

Unternehmerischer Klimaschutz ist ökonomisch sinnvoll und stellt eine ethische Verpflichtung dar. So lautet das Fazit des ersten Moduls der energiekonsens klima:akademie. Die Weiterbildungsmöglichkeit ist ein Angebot der unabhängigen und gemeinnützigen Klimaschutzagentur energiekonsens und Teil des vom Bundesumweltministerium im Rahmen der Nationalen Klimaschutzinitiative geförderten Pilotprojekts green transformation. Teilgenommen haben elf Geschäftsführer und Abteilungsleiter aus großen und mittelständischen Unternehmen. Sie erarbeiteten zwei Tage lang, warum eine grüne Transformation ihres Unternehmens wichtig ist und welche Schritte notwendig sind. In den Räumen des Kunst- und Kulturhofs Kränholm in Bremen erläuterten Prof. Dr. Torsten Henzelmann von Roland Berger Strategy Consultants, Susan Dreyer, Director DACH Region, CDP (Carbon Disclosure Project), und Prof. Dr. Uwe Schneidewind, Präsident des Wuppertal Institut für Klima, Umwelt, Energie, wie sich wirtschaftliche und ethische Rahmenbedingungen durch den Klimawandel verändern. Den Erfolg von strategischem Klimaschutz dokumentierte Annemarie Grandke vom Vorbildunternehmen Siemens.

Zu Beginn der Veranstaltung erläuterte Moderator Dr. Cornelis Rasmussen den Teilnehmern die Rahmenbedingungen. „green transformation für Unternehmen ist ein innovatives und komplexes Thema. Offenheit und aktiver Austausch spielen deshalb im Seminar eine besondere Rolle. Vertraulichkeit über die besprochenen Praxisprobleme anderer ist ein Muss“, sagte der Organisationsentwickler und bereitete damit die besondere Seminaratmosphäre vor, die sich in den zwei Tagen unter den Teilnehmern entwickeln sollte. Im ersten thematischen Block beschäftigten sich die Unternehmensvertreter mit Faktoren, die Betriebe zu klimagerechtem Handeln veranlassen. „Die Folgen des Klimawandels sind für Unternehmen längst greifbar – durch steigende Energie- und Rohstoffkosten. Wer diesen Trend nicht ernst nimmt, setzt seinen Betrieb dem Risiko von Wettbewerbsnachteilen aus. Andererseits stecken in dieser Entwicklung auch neue Chancen, sich im Markt abzuheben“, vermittelte Prof. Dr. Torsten Henzelmann den Teilnehmern.

„Weitere wichtige Umfeldfaktoren setzen die Stakeholder. Klimastrategien von Unternehmen fließen zum Beispiel in Anlage- oder Einkaufsentscheidungen ein. Transparenz, wie wir sie durch das CDP herstellen, ist das A und O für Firmen. Sie schafft Bewusstsein über die eigene Situation und das führt automatisch zum Handeln“, berichtete Susan Dreyer im Anschluss. Konkrete Themen und Problemstellungen aus dem eigenen Unternehmensalltag diskutierten die Teilnehmer zwischen den Vorträgen in kleinen Gruppen. „Diese dialogorientierten Phasen sind wichtige Grundbausteine unseres besonderen Bildungskonzepts. Wir wollen, dass jeder Teilnehmer konkrete Anregungen mitnimmt, wie er eine grüne Transformation in seinem Unternehmen umsetzen kann. Dazu gehört das Know-how der Dozenten ebenso wie Gelegenheiten zur Selbstreflexion und der Austausch mit anderen“, erläuterte energiekonsens-Geschäftsführer und Projektleiter Michael Pelzl.

Gelegenheit zum Gespräch mit einem Vorreiter im Bereich Klimaschutz hatten die Teilnehmer am zweiten Tag. Annemarie Grandke, Corporate Sustainability Office der Siemens AG, gab Einblicke in den Transformationsprozess des Konzerns: Das Topmanagement habe globale Entwicklungen wie Urbanisierung, demografischer Wandel und Klimaschutz in der Unternehmensstrategie verankert und in das Produktportfolio aufgenommen. Internes wie externes Handeln richte sich daran aus. „Siemens sieht in den Bereichen Klimaschutz und Nachhaltigkeit Wachstumsmärkte der Zukunft. Hier sieht sich Siemens gut aufgestellt, was 33 Milliarden Euro Umsatz mit grünen Produkten und Lösungen aus dem Umweltportfolio belegen“, argumentierte Annemarie Grandke. Prof. Dr. Uwe Schneidewind vertiefte in seinem anschließenden Vortrag den ethischen Anspruch für Klimaschutzhandeln: „Unternehmer, die ihr eigenes Unternehmen zukunftsfähig und nachhaltig aufstellen, sind auch als strukturpolitische Akteure gefragt, die die Rahmenbedingungen jenseits von ökonomischem Erfolg mitgestalten.“