Praktische Übungen gaben den Teilnehmern die Gelegenheit, ihr Wissen anzuwenden. (c) energiekonsens
Praktische Übungen gaben den Teilnehmern die Gelegenheit, ihr Wissen anzuwenden. (c) energiekonsens
12.11.2013

Wissen über Veränderung macht den Weg frei

  

Wollen Unternehmen ambitionierte Klimaschutzziele umsetzen, müssen sie Mitarbeiter auf allen Ebenen einbinden. Eine veränderte Unternehmenskultur ist bestimmend für den Erfolg. Mit diesem Thema beschäftigte sich das zweite Modul der energiekonsens klima:akademie Ende Oktober in Bremen. Unter dem Titel „Die Klimaschutzmacher im Zentrum: Climate-Change-Agents – Die eigene Wirksamkeit steigern“ befassten sich zwölf Führungskräfte großer und mittelständischer Betriebe mit Merkmalen von diesen Transformationsprozessen. Die Dozenten aus dem Bereich Organisationsentwicklung und Change Management erläuterten an zwei Tagen, welche Widerstände Veränderungen kennzeichnen und welche Bedingungen erfolgreichen Wandel begünstigen. Die energiekonsens klima:akademie ist eine Fortbildungsmöglichkeit der unabhängigen und gemeinnützigen Klimaschutzagentur energiekonsens. Das Weiterbildungsangebot ist Teil des vom Bundesumweltministerium im Rahmen der Nationalen Klimaschutzinitiative geförderten Pilotprojekts green transformation. Insgesamt sind neun Module zum Thema unternehmerischer Klimaschutz vorgesehen.

Teilnehmer Marcus Reichle, Marketing- und Vertriebsleiter der aktiv Gebäudereinigung GmbH, bringt es auf den Punkt: „Schade, dass ich dieses Wissen nicht schon vor 15 Jahren hatte. Jedes Unternehmen macht wohl Fehler, wenn neue Strukturen und Prozesse eingeführt werden. Doch mit Kenntnissen über Veränderung, hätten wir uns manchen Ärger erspart.“ Wandel im Bereich Klimaschutz bringe zudem besondere Herausforderungen mit sich, erläuterte klima:akademie-Dozentin Anuschka Schweizer: „Die Fülle an komplexen und teils widersprüchlichen Informationen zum Klimawandel erschweren häufig die Akzeptanz für Veränderungen in diesem Bereich. Fehlt bei den Mitarbeitern das Verständnis für das „Warum“, fehlt es folglich auch an der emotionalen Akzeptanz. Als Climate Change Agent berücksichtigen Sie sowohl rationale wie emotionale Aspekte für einen erfolgreichen Transformationsprozess.“

Klimaschutz sei letztlich nur durch Veränderung der Unternehmenskultur zu erreichen, ergänzte klima:akademie-Dozent Dr. Cornelis Rasmussen: „Das ist quasi die ‚Königsdisziplin‘ für die Climate Change Agents. Denn die Kultur umfasst letztendlich das ganze Unternehmen. Sie äußert sich in sichtbaren Strukturen, wie dem Gebäude und den Dienstwägen, der Führungskultur aber auch in Zielen und Regularien und in den Grundwerten und der Selbstwahrnehmung. Interessanter Weise kann Klimaschutz verstärkend wirken, um vom Unternehmen ohnehin angestrebte interne Kulturveränderungen zu unterstützen.“ Wie ein solcher Transformationsprozess ablaufen kann, erläuterte Uwe Dahl, Geschäftsführer des Vorbild-Unternehmens hanseWasser aus Bremen: „Unsere Erfahrung zeigt, entscheidend ist nicht so sehr, was wir verändern wollen. Viel wichtiger ist, wie wir Veränderungen einleiten und umsetzen. Wir haben daher abteilungsübergreifende Arbeitsgruppen, sogenannte Energie-Teams, gegründet, die gemeinsam Maßnahmen erarbeiten. Deren Mitglieder tragen die Transformation in alle Ebenen des Unternehmens.“